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Urban Household – cité de l’image – CLERVAUX

Meine Serie Urban Household ist für ein ganzes Jahr lang in Clervaux im Rahmen von Cité de l’image in den Arkaden II zu sehen. Fotografische Installationen im öffentlichen Raum der Ortschaft.  Nachts wie tags – bei Regen und Sonnenschein!

17. September 2014 – 16. September 2015

Clerveaux – Cité de l’image
Arcades II | Montée de l’église

Weiters sind Werke von Laurent Chéhère – Flying Houses und Daniel Gebhart de Koekkoek - The World We Live In zu sehen.

Für weitere Informationen: Clerveaux – Cité de l’image

 

Beitrag _Clervaux

 

Julia Willms Landschaftsaufnahmen zeigen Küstenzonen aus feinsten Sanddünen, an denen sich Wellen brechen und schaumig schlagen. Eine Dachluke besticht durch ihr grelles Licht, welches durch den Raum wandert und die Schatten dazu bringt, Mauern plastischer erscheinen zu lassen als sie sind. Und es sind keine Felswände, nur tragende Elemente, die das Dach halten, das alles über- deckt. Und Wäscheleinen – in goldenes Licht getaucht – unterteilen das Firmament in Streifen… Der Blick gleitet über die spiegelnde Fläche des Sees, an deren Grenze sich Bäume schmiegen, sowie kleine Häuser, die ihre Fenster nach dem gegenüberliegenden Ufer ausrichten, bis an den Rand der Badewanne…

Das Wort „urban“ verspricht ein weites Feld an Bedeutungen, aber eigentlich immer in Verbindung mit der Stadt. Das Städtische wird gleichgestellt mit baulicher Gestaltung, kultureller Vielfalt: differenzierte Wohngebiete, mit dazugehörigen Subkulturen, versprechen dem Gesamtbild einen gewissen Vorsprung an Möglich- keiten der Entfaltung gegenüber seinem Gegenstück, dem Ländlichen.
Aber die menschliche Wahrnehmung ist ausschlaggebend, sie erklärt ein Umfeld für funktional, definiert die Urbanität als Lebensqualität. Der Mensch füllt den Raum aus, mit seinen Wünschen, Vorstellungen, Bedürfnissen… Aber was, wenn dem nicht so ist? In Julia Willms digitalen Collagen füllt offene Landschaft den geschlossenen Raum aus. Den Augen des Betrachters wird eine bestechende Idylle vorgegaukelt, die aber bei genauer Untersuchung immer weiter surreale Züge annimmt. Was der Erwartung nach natürlich sein sollte, ist künstlich, das Innen ist Außen, das Weite erscheint begrenzt, die Nähe liegt weit entfernt. Urbanität – bauliche Substanz, umschließt die Natur, still, leise, friedlich. Diese Verstrickung erscheint nicht störend: die Landschaft im Haus wird zur Gegenkultur des Gewohnten, der architektonische Rahmen zum Lebensraum einer anderen und doch familiären Welt.

Text: A. Meyer, Clervaux – cité de l’image