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Passageway

Audiovisuelle Rauminstallation, Projektionsrahmen, Projektionsfolie, Quicktime Film, 4:57 min, 2005

Dank an: Andrea Bozic

Passageway Beitrag

 

The door

Go and open the door.
Maybe outside there’s
a tree, or a wood,
a garden,
or a magic city.

Go and open the door.
Maybe a dog’s rummaging.
Maybe you’ll see a face,
or an eye,
or the picture
of a picture.

Go and open the door.
If there’s a fog
it will clear.

Go and open the door.
Even if there’s only
the darkness ticking,
even if there’s only
the hollow wind,
even if
nothing
is there,
go and open the door.

At least
there’ll be
a draught.

(Miroslav Holub)

 

Ein Korridor ist immer ein Raum, der mindestens zwei Innenräume miteinander verbindet. Eine Schnittstelle, ohne weitere Funktion. Ein Platz, der zum Durchschreiten, aber nicht zum Verweilen einlädt. Ein Ort der Bewegung. Eine Schleuse, die zu etwas anderem hinführt. Eine Schwelle, die übertreten werden kann. In einen neuen Raum.

Das Video übernimmt in seiner Zweidimensionalität Elemente des realen, dreidimensionalen Raumes. Es impliziert die Vermischung der Realität mit der Fiktionalität unter Miteinbeziehung der ZuschauerInnen. Durch die Bewegung im Video entfernen bzw. nähern sich die Orte dem/der BetrachterIn. Er/Sie wird eingeladen, Teil der Installation zu werden.

Die Installation verflechtet das Video mit der örtlichen Umgebung, was zu einer visuellen Erweiterung der Realität führt und der Fiktion einen Rahmen gibt. In jeder Sequenz des Videobildes sind Teile bzw. Ausschnitte des Korridors zu sehen. Der physikalische Raum fließt in den realen Raum über und umgekehrt. Die Schwelle des Bildes wird durch die Imagination überschritten. Die beiden Räume ergeben kein einheitliches Ganzes. Sie stehen jedoch im dialektischen Verhältnis zueinander und sind miteinander plaziert. Der/die ZuschauerIn ist sich dessen bewusst. Das Videobild suggeriert, dass der Raum zu beiden Seiten der Projektionsfläche optisch ident ist. Wenn der Teil dahinter nun anfängt, sich zu transformieren, sich zu ändern, sich in Bewegung zu setzen, wird die Vorstellung erleichtert, dass der Raum, in dem man steht, ebenfalls dieser Wandlung unterzogen ist.

Durch die Verwischung der Grenze zwischen dem realen Raum und der Projektionsfläche wird der/die BetrachterIn eingeladen, diese bewegte Welt zu betreten, in der Imagination zu verweilen, sie zu durchreisen und Realität und Fiktion als Einheit, als ein Ganzes zu akzeptieren. Die Wahrnehmung der Umgebung verändert die Umgebung selbst wie auch umgekehrt. In den Worten von Merleau-Ponty: “Inside and outside are inseparable. The world is wholly inside and I am wholly outside myself”.

 

Ausstellungen:

- Almost Cinema, International Film Festival, Gent, Belgien, 2007
- W139/Basement, Amsterdam, Niederlande, 2007
- SMART ART, EMAF (European Media Art Festival), Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück, Deutschland, 2006
- Preis der Kunsthalle Wien 2005: Florian Knispel (Ausstellung gemeinsam mit Florian Knispel, Clemens Leuschner und Elisabeth Wildling), project space Kunsthalle Wien, Österreich, 2005
- Diplomausstellung, Universität für angewandte Kunst Wien, Österreich, 2005