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tensiontest

Videoinstallation, 6:26 min, DVD, Monitor, 2001

Dank an Nita Tandon

tensiontest_Beitrag

 

Ein kristallines Gebilde zieht langsam und geräuschlos vorüber – ähnlich einem durch das All gleitenden Himmelskörper. Es besteht aus einer großen Anzahl von miteinander verbundenen durchsichtigen Kammern, die mit Luft gefüllt sind. Die Kontemplation, in die der/die BetrachterIn unweigerlich verfällt, wird jäh unterbrochen, wenn das Konstrukt Stück für Stück einzustürzen droht.

Durch Zurückhaltung, Verlangsamung und Reduktion erzeugt Julia Willms in der Videoinstallation “tensiontest” eine Erwartungshaltung, die dem Suchen nach Platzen der nächsten Zelle gilt. Der Blick des Betrachters, der Betrachterin taucht in den Prozess der Spannung des fragilen Systems ein, der unweigerlich zur Auflösung desselben führt. “tensiontest” beschreibt einen Spannungsbogen ohne semantischen Zusammenhang,d er auf dem Konzept der Vorhersehbarkeit basiert. Der Akt des Betrachtens löst sich in einen der emotionalen Reaktion auf, der in der subjektiven Gewissheit über das Eintreten des erwarteten Ereignisses gründet. Entlang der Schnittstellen zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit, Konstruktion und Rekonstruktion sowie zwischen Rezeption und Irritation wird der Wahrnehmungsprozess intensiviert und erlebar gemacht.

Birgit Rinagl

Ausstellungen:

Space Affaires | Raumaffairen | Affaries d’espace, MUSA, Wien, Österreich, 2012