English English   |   Deutsch Deutsch

The Picture

Audiovisuelle Rauminstallation, Tapete, Bilderrahmen mit Projektionsfolie (100 x 80 cm), Quicktime Film, 5.50 min, 2011
Performerin: Nathalie Pravda
Dank an Andrea Bozic

I’m no prophet. My job is making windows where there were once walls. (Michel Foucault)

The Picture Beitrag

 

The Picture ist eine audiovisuelle Rauminstallation. Eine ganze Wand oder ein Teil einer Wand wird tapeziert. Auf diese Wand wird ein Bilderrahmen gehängt, der als Projektionsfläche dient. Am Anfang der projizierten Animation sieht man ein Bild der Tapete selbst- das Bild fügt sich nahtlos in das Muster der echten Tapete dahinter ein. Eine Frau kommt ins Bild, schlägt einen Nagel in die Wand und hängt ein Bild auf – Caspar David Friedrich: Der Mönch am Meer (1808-1810).

In der nun folgenden Videoanimation wird das Bild zum Fenster – zur Aussicht – zur Mauer. Es entwickelt sich zum ‘Nachbar’-Raum – zum Bildraum – zum Parallelraum und letztendlich katapultiert es uns zurück in den Ausstellungsraum. Scheinbar derselbe wie am Anfang, aber dennoch verändert.

‘The Picture’ beschäftigt sich mit der Position des/r BetrachtersIn in Relation zum Bild. Spätestens seit Caspar David Friedrich ist die Technik der Rückenfiguren im Bild als Identifikationsfigur bekannt. Durch diese Figuren wird der Blick auf das dahinter liegende gelenkt – in seinem Falle meist Landschaften – durch die Rückenfiguren nehmen wir ihre Perspektive ein und tauchen in die Landschaft ein. ‘The Picture’ weitet dieses Prinzip aus; es benutzt die Rückenfiguren, um nicht nur auf das direkt dahinter liegende den Blick zu lenken, sondern die Figuren selbst gehen auf eine horizontale Reise ins Bild. Der Betrachter wird mitgenommen in diese Bildwelten, deren Status sich permanent verändert. Durch diese Verschiebung des Kontextes wandert man von Ort zu Ort ohne jedoch sich jemals vom Fleck wegzubewegen. Zuerst schaut man ein Gemälde an, dann befindet man sisch selbst im Gemälde und schaut aus ihm heraus. Ein Aufblick wird zum Ausblick. Nicht nur die Räume und ihre Athmosphäre ändern sich, sondern auch der Status der Räume und mit ihm die Beziehung zum/r BetrachterIn. ‘The Picture’ kombiniert zahlreiche dieser Räume zu einem konstant variablen, hybriden Raum.

Der herkömmlich männliche Blick – assoziiert mit dem Standpunkt des Betrachters – wird hier spielerisch ausgetauscht mit dem Weiblichem. Dieser weibliche Blick hat nicht nur die Hauptrolle als Betrachterin, sowie als Betrachtete, sondern auch die aktive Rolle des Veränderns und Entscheidens über den Raum, über den Status des Raums und somit auch über unseren Standpunkt und unsere Perspektive als BetrachterInnen.

Ausstellungen:

- Elastic Video, NOE Kunstraum Wien, Wien, Österreich, 2013

- EMAF 2012, Revolve, Dominikanerkirche Osnabrück, Deutschland, 2012

- Luid Land, Kunstfort Vijfhuizen, Niederlande, 2012

- Blick nach draussen, Kunstpreis Palais Rastede, Deutschland, 2011 – 1. Preis

- Here and Now, GAM Galerie Essen, Deutschland, 2011 (Solo)