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Through the looking glasses

Sensorisch von der Aussenwelt abgeschottete sinnliche Raumerfahrung und eine Umkehrung des Kinos

Ein Projekt von Andrea Bozic, Robert Pravda und Julia Willms
Weisse Brille, DVD, 4 min im Loop, Sessel, DVD Spieler, Video Projektor, Kopfhörer, 2011

ThroughGlasses Beitrag
 

Die Abschottung:
Der/die BesucherIn wird gebeten in einem Sessel Platz zu nehmen und die bereit liegende weisse undurchsichtige Spezialbrille wie auch die Kopfhörer aufzusetzen. Die Augen sollten hinter der Brille aufgelassen werden und das Gesicht in die Projektion des Beamer gerichtet werden. Das projizierte Video besteht aus der Farbsequenz Weiss, Rot, Blau und Schwarz, die langsam, fast unmerklich, in einander überblenden. Der Sound besteht aus einer Aneinanderreihung von tausenden sehr kurzen Soundfragmenten, sog Grains, die zigfach übereinander zu einer Tonwelle geschichtet werden. Man sieht keine erkennbaren Sturkturen, nur unendliche uniforme Farbfelder. Man hört kein erkennbares Geräusch, nur ein kontinuierliche modulierendes Rauschen. Zusammen schotten sie den/die besucherIn sensorisch von der Aussenwelt ab und gleichzeitig kreiren sie ein anderes – sensorisch stimulierendes – Environment.

Die Umkehrung des Kinos:
Eine ‘Aus-Sicht’ wird zu einer ‘Ein-Sicht’. Die verschiedenen Farben werden als räumliche Erfahrungen wahrgenommen: Man schaut die Farben nicht an, sondern hat das Gefühl sich in einem Farbraum zu befinden. Die räumliche Erfahrung dabei ist unterschiedlich. Bei der Farbe Rot ergeben sich Momente, in denen man nicht mehr weiss, ob die eigenen Augen noch offen oder doch geschlossen sind. Der Sound unterstützt diese räumliche Erfahrung – er lässt einen den Raum und sich selbst im Raum mal weiter mal näher wahrnehmen. Der/die BesucherIn wird in einen ‘Nicht-Raum’ befördert: Ohne sich je vom Sessel zu bewegen, gelangt man in einen anderen Raum. Man wird selbst zum Raum.

Ein ähnliches Training wird auch von Astronauten absolviert, die auf einen Weltraumflug vorbereitet werden.

BITTE LESEN SIE DIESE INSTRUKTIONEN, BEVOR SIE DIE INSTALLATION BETRETEN:

1. Nehmen Sie Platz.
2. Gucken Sie nicht direkt in das Beamerlicht, ohne die ausliegende weiße Spezialbrille zu tragen.
3. Setzen Sie die weiße Brille auf. Wenn Sie Brillenträger sind, nehmen Sie vorher Ihre eigene Brille ab. Halten Sie Ihre Augen geöffnet, und vergewissern Sie sich, dass nichts Ihren Blick beeinträchtigt.
4. Setzen Sie die Kopfhörer auf.
5. Der Loop ist 4 Minuten lang. Sie können so lange bleiben, wie Sie möchten, möglicherweise möchten Sie aber weiteren BesucherInnen Platz machen.
6. Nach Beendigung nehmen Sie die Brille und die Kopfhörer ab, und legen sie an den Platz, wo Sie sie vorgefunden haben.
7. Vielen Dank für Ihren Besuch.

Die Installation wurde ursprünglich entwickelt für und ist Teil des Mars Landing Projektes.
 

Ausstellungen:

- Luid Land, Kunstfort Vijfhuizen, Niederlande, 2012
- Tag der offenen Tür, De Vlugt, Amsterdam, Niederlande, 2011
- Netaudio Festival, London, England, 2011
- Here and Now, Galerie Obrist, Essen, Deutschland, 2011